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Wenn KI mit den Toten spricht – was Trauernde über digitale Trauerangebote wissen sollten

Ein Ratgeber von Wiese Bestattungen

[DÖHREN]

„Mama, wo warst dü Hast du an mich gedacht?“ – diese Worte stammen von einem digitalen Avatar eines verstorbenen Kindes in einer südkoreanischen TV-Show. Die Szene zeigt, was technisch bereits möglich ist: Künstliche Intelligenz kann Gespräche mit Verstorbenen simulieren. Auch in Deutschland gewinnt das Thema an Aufmerksamkeit. Doch was steckt dahinter – und wo liegen Chancen und Risiken?

Sogenannte Griefbots oder Deadbots sind KI-Programme, die mit digitalen Spuren eines verstorbenen Menschen trainiert werden: Chatnachrichten, Fotos, Videos oder Sprachnachrichten. Daraus lernt die Software, wie die Person gesprochen oder geschrieben hat. Angehörige können anschließend mit einem Chatbot oder Avatar kommunizieren, der Antworten im Stil des Verstorbenen erzeugt. Anbieter wie Project December, HereAfter AI oder Replika bieten solche Dienste bereits an.

Besonders nach plötzlichen Todesfällen bleiben oft Fragen offen oder Abschiede unvollständig. Einige Betroffene berichten, dass simulierte Gespräche ihnen geholfen haben, besser mit ihrer Trauer umzugehen. In der ZDF-Dokumentation „Wir hör’n uns, wenn ich tot bin!“ schildern zwei Frauen sehr unterschiedliche Erfahrungen mit KI in der Trauerarbeit. Wichtig dabei: Den Nutzern war stets bewusst, dass sie mit einer Software sprechen.

Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Katrin Döveling betont: „Der Tote bleibt tot.“ Wer vergisst, dass hinter dem Avatar nur eine KI steckt, könnte sich in eine digitale Scheinwelt zurückziehen. Zudem verändert die Software Erinnerungen, weil sie Antworten interpretiert und ergänzt. Wird der Bot später gelöscht oder abgeschaltet, kann das einen erneuten Verlust auslösen. Auch rechtliche Fragen – etwa zum Datenschutz oder zum Schutz Minderjähriger – sind bislang kaum geklärt.

In Deutschland steckt die Diskussion noch in den Anfängen. Experten fordern deshalb klare Regeln und einen offenen gesellschaftlichen Austausch, bevor solche Angebote alltäglich werden.

Kein Chatbot ersetzt menschliche Begleitung. Gespräche mit Familie, Freunden, Trauerbegleitern oder Therapeuten bleiben wichtig. Wer KI-Angebote nutzt, sollte sich bewusst machen: Es ist Technik – keine echte Begegnung.

Stefan Burmeister-Wiese, der Autor dieses Beitrags, ist Geschäftsführer des hannoverschen Bestattungsunternehmens Wiese. Zu den insgesamt sechs Standorten des ältesten familiengeführten Bestattungsunternehmens in Hannover gehört auch die Wiese-Filiale in der Garkenburgstraße 38 in Hannover-Döhren.

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