VfL Eintracht verabschiedet alte Gaststätte
Das Ende eines Vereinsheimes: Wo es beim VfL Eintracht Hannover rund 70 Jahre lang nach Bratwurst und Bier, Currywurst oder aber Grünkohl geduftet hat, liegt nun der Geruch von Lösungsmitteln in der Luft. Wo einst Sportlerinnen und Sportler an Tischen und Theke saßen und klönten, häufen sich stattdessen alte Holzverkleidungen und Bauschutt auf dem weißen Fliesenboden. Eine letzte Runde für die Gäste gibt es hier nicht mehr. Aber eine letzte Runde für die Vereinsgaststätte an der Hoppenstedtstraße: Mit einer organisierten Abrissparty verabschiedet sich der Südstädter Traditions-Sportverein von seinem beliebten Vereinstreffpunkt.
„Unsere Vereinsgaststätte ist aktuell wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Sanierung ist der erste von drei geplanten Bauabschnitten, die der Verein in den kommenden Jahren realisieren möchte. Die Sanierung ist aufgrund der alten Bausubstanz unbedingt erforderlich. Wenn alles nach Plan läuft, wird der neue Pächter die Vereinsgaststätte im Sommer 2026 eröffnen“, informiert der VfL Eintracht Hannover auf seiner Homepage.
Bevor jedoch mit den Bauarbeiten der Grundsanierung begonnen wurde, hatte der Verein alle Mitglieder und Freunde zur Feier einer großen Abrissparty eingeladen. Wer wollte, konnte und durfte Wände, Fußböden und Fenster des Lokals in bunten Graffitifarben besprühen. Dies ließ sich nicht nur der siebenjährige Jonte nicht zwei Mal sagen. Er war mit seinem Vater Thorsten extra aus Hannover-Bult zum VfL gekommen. Und im Unterschied zu den meisten anderen Freizeitsprayern arbeitete er emsig nach selbstgestalteter Vorlage, mit Atemschutzmaske und Schutzanzug gegen Farbspritzer.
Wer seine ganz persönlichen Erinnerungen an das Vereinsheim nicht als Graffiti-Abschiedsgruß und farbig bunt gestalten wollte, sondern eher leise, blieb bis zum Abend – für ein Lebewohl im Austausch mit anderen früheren Gästen beim Rahmenprogramm aus Getränken, Bratwurst und Snacks sowie Live-Musik mit dem einstigen Tina Turner-Saxophonisten Dima Mondello, Sängerin Sabrina Maria und Musiker Omid Bahadori.
Dazu nutzte der neue Gastronomie-Pächter das auf dem Vereinsgelände befindliche Tennisheim. Unter dem Namen „11 Süd“ wird er dort während der Sanierungsphase den Mitgliedern und Gästen ein gastronomisches Angebot bieten. Dies chillig zwischen Liegestühlen auf Beachsand, Bambuspflanzen, Glühlampengirlanden und Sonnensegeln sowie Loungesesseln – und nun wieder mit dem Duft nach leckeren Speisen und nicht nach Graffiti und Baustaub.


