
Hier ist eine gekürzte Version mit ca. 1.970 Zeichen inkl. Leerzeichen: Der Schreibtisch bleibt leer, die Kaffeepause fühlt sich anders an: Der Tod eines Kollegen oder einer Kollegin trifft ein Team meist unvorbereitet. Zur Trauer kommt oft Unsicherheit hinzu – viele ziehen sich zurück, weil sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen. Gleichzeitig sind Führungskräfte gefragt, Orientierung zu geben und einen angemessenen Rahmen für den Umgang mit dem Verlust zu schaffen.
Den ersten Schritt machen
Gehen Sie auf trauernde Kolleginnen und Kollegen zu. Ein schlichtes „Mein herzliches Beileid“ oder „Es tut mir so leid“ ist oft wertvoller als Schweigen. Vermeiden Sie Floskeln wie „Die Zeit heilt alle Wunden“. Zeigen Sie stattdessen echte Anteilnahme, bieten Sie ein Gespräch an und hören Sie zu, ohne vorschnell trösten zu wollen. Auch Unternehmen sollten offen und persönlich informieren. Das direkte Team sollte die Nachricht nicht beiläufig oder über Umwege erfahren.
Jeder trauert anders
Manche möchten über den Verlust sprechen, andere brauchen den Arbeitsalltag als Halt. Fragen wie „Was brauchst du gerade?“ oder „Ist es dir lieber, wenn wir über etwas anderes reden?“ helfen, respektvoll zu reagieren. Trauer kann sehr unterschiedlich aussehen: Einige stürzen sich in die Arbeit, andere können sich kaum konzentrieren. Unternehmen können unterstützen – durch Verständnis, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, kurze Auszeiten oder professionelle Beratungsangebote wie Employee Assistance Programs.
Gemeinsam erinnern
Der leere Arbeitsplatz sollte nicht einfach ignoriert oder überstürzt geräumt werden. Eine Kerze, Blumen oder ein gemeinsames Erinnern im Team können helfen, den Verlust greifbarer zu machen. Auch die Teilnahme an der Trauerfeier kann für Kolleginnen und Kollegen wichtig sein. Wenn Arbeitgeber dies ermöglichen, zeigen sie Wertschätzung – gegenüber dem verstorbenen Menschen und dem Team.
Wann Hilfe sinnvoll ist
Wenn die Trauer stark belastet oder jemand im Team nicht mehr zurechtkommt, sollte Unterstützung gesucht werden. Vorgesetzte, Personalverantwortliche oder externe Trauerbegleiter können helfen. Der Tod eines Kollegen erinnert daran: Am Arbeitsplatz teilen Menschen mehr als Aufgaben und Termine. Mitgefühl, Zeit und Rücksicht zeigen, wie stark ein Team wirklich ist.
Stefan Burmeister-Wiese, der Autor dieses Beitrags, ist Geschäftsführer des hannoverschen Bestattungsunternehmens Wiese. Zu den insgesamt sechs Standorten des ältesten familiengeführten Bestattungsunternehmens in Hannover gehört auch die Wiese-Filiale in der Garkenburgstraße 38 in Hannover-Döhren.


