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Ralph Jarrett ist im Alter von 80 Jahren gestorben

[HANNOVER]

Im Glas klimpernde Eiswürfel zur Livemusik am Maschsee, rhythmisch zu Klassik und Pop am Nachthimmel strahlend explodierende Feuerwerkskörper oder aber Touristen aus aller Welt, die es begeistert mit Kamera und Smartphone extra wegen der Amazon Prime-Serie „Maxton Hall“ zur Entdeckungstour auf die Marienburg, bei Pattensen, zieht. Ohne Ralph Jarrett würde dies alles heute vielleicht auch zu erleben sein, vielleicht aber auch nicht – auf jeden Fall aber anders.

Der am Silvestertag 1945 geborene Südstädter Ralph Jarrett beschäftigte sich Zeit seines Lebens gern und intensiv mit der touristischen Entwicklung der Stadt Hannover. Als Leiter des damaligen Amtes für Fremdenverkehr und Kongresswesen, städtischer Verkehrsdirektor sowie Chef des städtischen Verkehrsvereins setzte er sich seit 1982 nachdrücklich dafür ein, die Stadt nicht nur als Messestandort, sondern auch als Reiseziel zu positionieren, stärker zu bewerben und die touristischen Angebote der Landeshauptstadt auszubauen.

Passend zum gefeierten 50. Geburtstag des Maschsees 1986 verwandelte er als Initiator und Motivator die bis dato veranstaltete „Wassersportwoche“ der hannoverschen Kanusportler in die „Maschseetage“. Auf dem damals so gemeinsam mit Kulturamtsleiter Harald Böhlmann schließlich initiierten „Maschseefest“ wird in diesem Jahr vom 22. Juli bis zum 9. August zum bereits 39. Mal 19 Tage lang mit einer Vielzahl gastronomischer Angebote, Livemusik und Events lauschig am Seeufer gefeiert. Mit regelmäßig mehr als zwei Millionen Besuchern – in der Spitze sogar schon mal 2,5 Millionen – zählt die beliebte See-Sause alljährlich inzwischen zu den bundesweit am besten besuchten Open-Air-Festen.

1991 brachte Ralph Jarrett anlässlich der 750-Jahrfeier Hannovers das zuvor seit fast 30 Jahren bereits im Großen Garten Herrenhausen veranstaltete „Lichterfest“ als nunmehr ersten Internationalen Feuerwerkswettbewerb Deutschlands zu neuem Leuchten und zu weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlendem Glanz. Teils von weit her kommen an den fünf Feuerwerksabenden zwischen Mai und September mit Eventprogramm nun seit Jahren regelmäßig jeweils 11.500 Gäste nach Herrenhausen.

Auch nach seiner Verabschiedung als Tourismus- und Verkehrsvereins-Chef in den Ruhestand engagierte sich Ralph Jarrett seit 2005 weiter als Macher und Motivator. Durch seine guten Kontakte zum Welfenhaus wurde die Marienburg, bei Schulenburg/Pattensen, für Touristen – fernab der einst dort zu tragenden Filzpantoffel bei Besichtigungen – mit attraktiven Angeboten und Veranstaltungen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im Presse Club Hannover, in dem er seit dem Gründungsjahr 1994 Mitglied war, zählte Ralph Jarrett nicht nur zu den gern gesehenen freundlichen Gästen und kompetenten Gesprächspartnern, sondern wurde von diesem schließlich auch zum Ehrenmitglied ernannt.

„Er hat immer gerne gearbeitet, auch noch lange nach dem Ende des Berufslebens“, weiß seine Ehefrau Renate Jarrett. Mit der kreativen Gabe, gute Projekte und Ideen zu erkennen, kommunikativ zu bewerben und Menschen dafür zu begeistern, inspirierte er viele Hannoveraner zu mehr. Mit seiner Persönlichkeit und dem umtriebigen Einsatz für Familie und Beruf galt er zudem als „das Herz der Familie“, so trauert diese in ihrer Anzeige zum Tode des umtriebigen Impulsgeber.

Am 17. Februar 2026 ist Ralph Jarrett nun mit 80 Jahren verstorben. Die Trauerfeier für den geliebten und geschätzten Ehemann, Vater und zweifachen Großvater hat am 11. März, in der Kapelle des Stadtfriedhofs Engesohde, stattgeunden – unweit vom Maschsee. Die anschließende Urnenbeisetzung erfolgte im engsten Familienkreis.

Die von seiner Familie veröffentlichte Todesanzeige schmückte ein für den Hannover-Tourismus-Liebhaber Ralph Jarrett perfektes Zitat Wilhelm von Humboldts: „Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

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