Lokales

Ratgeber: Wenn Kinder digital trauern

[DÖHREN]

Ihr Kind verbringt nach dem Tod der Oma plötzlich mehr Zeit mit seinem Lieblingsspiel? Ihre Tochter fragt, ob es eine App gibt, mit der sie noch einmal mit dem verstorbenen Freund sprechen kann? Für viele Eltern sind solche Reaktionen irritierend. Sie selbst kennen Trauer anders – als Friedhofsbesuch, Kerze anzünden, Familienkreis. Die heutige Generation Alpha wächst anders auf: digital, vernetzt, mit Smartphone und KI als Alltag.

In Gaming-Welten organisieren Jugendliche virtuelle Gedenkveranstaltungen für verstorbene Mitspieler. KI-Avatare versprechen, mit digitalen Abbildern Verstorbener zu kommunizieren – per Chatbot oder sogar als sprechende 3D-Figur. Das klingt befremdlich, kann aber auch Trost spenden. Doch hier ist Vorsicht geboten: Die ständige Verfügbarkeit solcher Avatare kann verhindern, dass Kinder den Verlust wirklich verarbeiten.

Es ist völlig verständlich, wenn Sie sich fragen: Ist das noch gesunde Trauer? Flieht mein Kind in eine Scheinwelt? Diese Sorgen sind ernst zu nehmen. Gleichzeitig hilft es, die digitale Welt nicht grundsätzlich abzulehnen. Für Ihre Kinder ist sie ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens – auch der Trauer.

Reden Sie offen mit Ihrem Kind. Fragen Sie, was es empfindet und ob ihm das digitale Erinnern hilft. Wichtig ist, dass Ihr Kind versteht: Ein Avatar ist nicht die echte Person. Der Verstorbene bleibt tot. Setzen Sie gemeinsam Grenzen – ein einmaliger digitaler Abschied kann hilfreich sein, aber nicht der tägliche Chat mit einem Bot. Vor allem: Geben Sie Ihrem Kind Nähe und Geborgenheit. Kein Avatar ersetzt echte Umarmungen, Gespräche und gemeinsame Erinnerungen. Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie Unterstützung – spezialisierte Trauerbegleiter kennen beide Welten.

Bei Wiese Bestattungen verstehen wir, dass Trauer sich verändert. Wir beraten Sie gerne und vermitteln Kontakte zu Trauerbegleitern, die Familien mit Kindern und Jugendlichen unterstützen.

Stefan Burmeister-Wiese, der Autor dieses Beitrags, ist Geschäftsführer des hannoverschen Bestattungsunternehmens Wiese. Zu den insgesamt sechs Standorten des ältesten familiengeführten Bestattungsunternehmens in Hannover gehört auch die Wiese-Filiale in der Garkenburgstraße 38 in Hannover-Döhren.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"