Oberbürgermeister diskutiert mit etwa 200 Teilnehmern im Freizeitheim Döhren
Um mit den Einwohnerinnen und Einwohnern des Stadtbezirkes Döhren-Wülfel zu aktuellen Themen ins Gespräch zu kommen, hat Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay diese am 9. Februar ins Freizeitheim Döhren eingeladen. Rund 200 jüngere und ältere Menschen aus den Stadtteilen Döhren, Mittelfeld, Seelhorst, Waldhausen, Waldheim und Wülfel folgten dieser, um dort im Thurnithisaal über die Anliegen und Entwicklungspotenziale ihres Stadtbezirks mit dem OB ins direkte Gespräch kommen.
Im Rahmen dieser Versammlung ging es dabei vor allem um aktuelle Themen, wie die Diskussion um eine bislang geplante Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Radrennbahn Wülfel und notwendige geplante weitere Baumaßnahmen, aber auch um örtliche Verkehrsfragen, um mangelhafte Schneeräumung auf den Fuß- und Radwegen im Stadtbezirk, sowie um Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung.
Erstes Thema – nach einer kurzen Imagefilm-Videobegrüßung mit einer die Schönheit des Stadtbezirks lobenden stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Gabriele Jakob, die ebenso wie Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner aus persönlichen Gründen verhindert war – bildete die geplante Flüchtlingsunterkunft an der früheren Radrennbahn in Wülfel. Bis zu 750 Menschen sollten hier zeitweise in einer zu errichtenden Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Niedersachsen untergebracht werden. Sowohl hinsichtlich der Größe des Projektes als auch wegen des Standortes – gegenüber der Schießsportanlage Wülfel – waren in der Bevölkerung und der Politik in Bezirksrat und Rat Zweifel aufgekommen, ob es sinnhaft ist, möglicherweise traumatisierte Flüchtlinge regelmäßig Schussgeräuschen auszusetzen. Auch die Hochwassergefährdungslage des Areals direkt am Rande der Leinemasch spielte hier eine Rolle. „Das Thema ist vom Tisch, wir werden die Diskussion nicht weiterführen“, kürzte Oberbürgermeister Belit Onay bereits zu Beginn seiner Informationsrede eine mögliche Diskussion darüber mit der von diesem Entschluss durchaus überraschten Runde im Freizeitheim ab.
Das Innenministerium hatte entgegnet, man sei nach wie vor sehr an der Radrennbahn als Standort interessiert. Neben dem Bebauungsplan müssten allerdings zudem unter anderem noch Fragen zu Altlasten auf dem Grundstück, Lärmemissionen durch den Olympiastützpunkt der Sportschützen in unmittelbarer Nachbarschaft und die Überschwemmungsgefahr bei Hochwasser der Leine geklärt werden. Aus seiner Sicht gab Onay hingegen dem Land die Verantwortung für das Ende der Planungen durch deren Verzögerungen. Onay gab an, der Standort Wülfel sei aus Sicht der Stadt ungeeignet für das geplante Vorhaben und das Land habe nicht entsprechend kooperiert. Die Stadt sehe im Stadtbezirk auch kein in Frage kommendes Alternativ-Grundstück dafür.
Für weitere, als wichtig und notwendig angesehene Bauvorhaben im Stadtbezirk soll es jedoch endlich weitergehen: In Planung ist, an der Peiner Straße auf der Fläche des aktuellen Jugendzentrums das seit langem erwünschte Stadtteilzentrum Döhren zu errichten. Hier sollen unter anderem die örtliche Stadtbibliothek, das Bürgeramt und auch das Jugendzentrum – mit eigenem Eingang – ihre neue Heimat finden. Noch in diesem Jahr soll nun ein Architekturbüro die Machbarkeit der Pläne prüfen. Ebenso vorangehen soll es mit in diesem Jahr beginnenden Planungen für ein neues Fahrzeug- und Gerätehaus der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Wülfel, neben dem bisherigen Standort in der Erythropelstraße.
Als Übergangslösung für die Kinder der zum Teil ausgebrannten Grundschule Beuthener Straße will die Stadt auf demselben städtischen Grundstück im hinteren Bereich bis 2027 als hochwertiges Provisorium in Winkelform eine vollwertige Grundschule mitsamt Mensa und Musikräumen in dreigeschossiger Modulbau errichten. Währenddessen laufen parallel die Pläne für die Sanierung und den Neubau der Grundschule Beuthener Straße. Die Modulanlage in der Erythropelstraße soll die kommenden bis zu 15 Jahre dann auch als Übergangsquartier für weitere Grundschulen dienen, die absehbar altersbedingt saniert werden müssen.
Weitere Themen auf der Einwohnerversammlung waren die seit über einem Jahr dauerbaustellenbedingten Parkplatzsorgen im Amerikaviertel, in Mittelfeld, und zwei von der früheren SPD-Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck formulierte Sorgen: zum einen zur gefährlichen Verkehrs-Situation durch die Velorouten-Fahrbahnverengung auf der Hildesheimer Straße in Höhe der Ampel Am Mittelfelde, und zum anderen durch geplante spezielle Eichenbaum-Pflanzungen. Diese könnten an ihren geplanten Standorten im Stadtbezirk zu erhöhten gesundheitlichen Problemen bei Kindern und Erwachsenen wegen deren erhöhtem Befall durch die giftigen Eichen-Prozessionsspinner-Raupen führen.
Als noch neuer, sogenannter Ordnungsbotschafter im Stadtbezirk Döhren-Wülfel, stellte sich für den Bereich Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung Björn Misselhorn, vom Städtischen Ordnungsdienst, vor. Unter der Telefonnummer 0511 / 168 – 55 5 55 oder per Mail unter ordnungsdienst@hannover-statd.de ist er regulär montags bis samstags als diesbezüglicher Ansprechpartner erreichbar. Leises Gelächter, Stirnrunzeln und Kopfschütteln gab es derweil bei einem Vorschlag zum Thema der zeitweise nicht vom Schnee geräumten Radwege und Velorouten im Stadtbezirk. Man könne doch den verkehrsbehindernden Schnee von dort auf die Fußgängerwege oder auf die Auto-Parkplätze schieben, damit die Radwege ungestört nutzbar sind.
Im Anschluss an die fast zweistündige Veranstaltung boten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung den Bürgerinnen und Bürgern im Foyer des Freizeitheimes zudem auf Wunsch vertiefende Informationen zu den aktuellen und geplanten Arbeitsschwerpunkten im Stadtbezirk an. Dazu gehörten auch zahlreiche Stellwände und Infotafeln mit Planungsunterlagen zum Neubau der brandgeschädigten Grundschule Beuthener Straße, in Mittelfeld, und zum geplanten neuen Stadtteilzentrum, in der Peiner Straße.

