Lokales

Katharina Sterzer ist neue Ordensritterin

[DÖHREN]

„Galaoutfit bereit legen, Kostüme raus, Stimmen ölen, Beine locker machen und am Lachen nicht sparen“: Auf ihrer Facebookseite hatten es die Karnevalisten der Funkenartillerie Blau-Weiß Hannover Döhren bereits formuliert, worauf es am letzten närrischen Wochenende vor dem unvermeidlichen Aschermittwoch ankommt.

Und so wurde die finale Woche nochmal richtig jeck, mit kräftigem Kamelle schmeißen der Döhrener beim großen närrischen Fest-Umzug am Samstag durch Hannover, mit wohl 80.000 Zuschauern am Straßenrand, und dann am Abend, bei der großen Galasitzung des Traditionsvereins im Hangar No.5. Unter der versierten Sitzungsleitung ihres Präsidenten Martin Weber wurde da in Wülfel mit über 333 närrischen Gästen im vollbesetzten Saal mehr als vier Stunden lang in ausgelassener Freude Saalkarneval gefeiert, dabei geschunkelt und Karneval gelebt.

Protokollarischer Höhepunkt, wie in jedem Jahr, war erneut die Verleihung des Ordens „humoris causa“. In diesem Jahr erhielt ihn Katharina Sterzer, die Geschäftsführerin des bekannten hannoverschen Straßenmagazins Asphalt. In ihrer Büttenrede betonte sie die Bedeutung des Magazins und der Arbeit dafür mit einem Seitenhieb zur Bundespolitik: Echte Leistung sei es, wie die Asphalt-Verkäufer draußen auf der Straße aktiv zu sein und nicht, sich nur an Umfragewerten zu bemessen. „Aber heute ist Feiern, heute ist Alaaf und morgen ist Asphalt“, forderte die Geehrte das Publikum zum fröhlichen Weiterfeiern auf. Zuvor hatte ihre „humoris causa“-Vorgängerin aus der vergangenen Session, Hannovers Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten, mit einer Rede und Laudatio auf die neue Ordensritterin in Reimform beeindruckt – eine Seltenheit im örtlichen Karneval.

Unter der Regentschaft Seiner Tollität Prinz Andreas III., – nach Aschermittwoch wieder als Andreas Gödeke unterwegs – dem närrischen Sessions-Prinzen der Döhrener Narren, und später dann auch der Karnevalsprinzessin von Hannover, Angela II., präsentierte die Funkenartillerie bei immer wieder durch den Saal schallendem „3x Döhren Alaaf!“ ein Feuerwerk der guten Laune, der Musik und des Tanzes.

Zum Repertoire der karnevalistischen Programmpunkte mit insgesamt 96 Aktiven gehörten natürlich wieder die Mitglieder der Funkengarde, die im Publikum Küsschen verteilten, sowie die traditionellen Tänze des Kindermariechens Finja Pehling und des Juniorenmariechens Alira Achilles, sowie der Junioren- und der Prinzengarde. Mit ihren vielen, ideenreich kostümierten Tänzen rührten zudem die Gruppen regelmäßig Herz und Seele der begeisterten Zuschauer. So drehten die Jüngsten, die „Krümel“, als Glückpilze auf der Bühne ebenso ihre Kreise, wie sie als Zugabe die Anwesenden zu den „Alpakas“, ins ferne Südamerika, entführten. Die Kindergarde begeisterte als „Senkrechtstarter“, die Junioren bei ihrem „Disney“-Schautanz unter anderem mit der Eisprinzessin, Schneewittchen und ihren sieben Zwergen sowie die Showgirls als „Hexen“. Während sich dann das Schnauzer-Ballett im „Linedance“ übte, brachte die Prinzen-Ehrengarde ein tänzerisch schwungvolles „Love is in the Air“ auf die Bühne. Für die im Karneval nicht fehlen dürfenden politischen und gesellschaftlichen Sticheleien sorgte wieder „Knallschote“ und Büttenredner Ralf Döring. Zwischen alltäglichen Anekdoten ließ er es sich erneut nicht nehmen, gesellschaftlichen Verfehlungen und den dafür
Verantwortlichen – vor allem US-Präsident Donald Trump – den närrischen Spiegel vorzuhalten und den bösen Geistern unserer Zeit auf humoristische Art und Weise die „Rote Karte“ zu zeigen.

Vor dem Finale nach über vier Stunden sorgten zudem die Music&Dance Group, eine Drum Show, der Gesang der Heiopeis und der Musikzug für den klanglich durchgehend gelungenen Stimmungsrahmen.

„Wir hoffen, ihr habt euch wohlgefühlt und seid genauso gespannt wie wir auf das nächste Jahr. Ihr seid die Besten – und ein riesengroßes Danke an alle Akteure: Danke für euer Engagement, eure Zeit und euer Herzblut – ihr seid das, was ein Verein braucht, die Schultern, die Muskeln, das Herz…“, so Blau-Weiß-Präsident Martin Weber zum Ende der Karnevalssession 2025/26 in Döhren.

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